Montag, 7. September 2015

Musikfest Berlin 2015

Musikfest

IWAN WYSCHNEGRADSKY [1893–1979]
Arc-en-ciel
für sechs im Zwölfteltonabstand gestimmte Klaviere op. 37 / op. 52a [1956/72]

GEORG FRIEDRICH HAAS [*1953]
limited approximations
für sechs im Zwölfteltonabstand gestimmte Klaviere und Orchester [2010]

ARNOLD SCHÖNBERG [1874–1951]
Pelleas und Melisande
Symphonische Dichtung nach Maurice Maeterlinck op. 5 [1902/03]

KLAUS STEFFES-HOLLÄNDER / MATAN PORAT / FLORIAN HOELSCHER / JULIA VOGELSÄNGER / AKIKO OKABE / CHRISTOPH GRUND Klaviere
SWR Sinfonieorchester
François-Xavier Roth Leitung

SWR SO © Marco Borggreve       
Progammtext:

Die symphonische Dichtung „Pelleas und Melisande“ ist Arnold Schönbergs erstes Werk für großes Orchester. Sie entstand während seines ersten Berlin-Aufenthaltes von 1901 bis 1903. Schönberg arbeitete dort zunächst als Kapellmeister im Berliner Kabarett-Theater Überbrettl und unterrichtete dann, auf Empfehlung Richard Strauss’, Musiktheorie am Stern’schen Konservatorium. Richard Strauss war es auch, der ihn auf das Drama „Pelléas et Mélisande“ von Maurice Maeterlinck hinwies und als Opernstoff empfahl. In Schönbergs Adaption des Stoffes ist das Maeterlinck’sche Drama Voraussetzung, nicht aber der Inhalt seiner symphonischen Dichtung. Der nach-romantische Klanggestus des groß dimensionierten Orchesters ist nie beschreibend, sondern verwandelt die Geschichte von „Pelleas und Melisande“ in eine Abfolge von musikalischen Stimmungs- und Raumbildern.

Georg Friedrich Haas’ Komposition „limited approximations“ von 2010 bindet sechs mikrotonal gestimmte Klaviere in den großen Orchesterapparat ein und breitet so einen Fächer irisierender Harmonien, Klangschattierungen und ungewöhnlich satter Konsonanzen auf. Symphonisch angelegt ist auch die Kompositon „Arc-en-Ciel“ für sechs Klaviere des russischen Komponisten Ivan Wyschnegradsky – ein Versuch die Mikrostrukturen ungewöhnlich dichter Harmonien in ihrer Farbigkeit zum Vorschein zu bringen.